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Titel: Beg me for it
Autor: Icarus (E-mail: Sengdongma@yahoo.com, Homepage: http://icarus.slashcity.net/)
Übersetzer: mpl (Luthien.mpl@gmx.de)
Count:
Genre: Darkfic, Non-Con
Unter-Genres: Slash, Lemon/Lime
Pairing: Ron/Draco
Rating: NC-17
Summary: Ron erzählt, wie es dazu kam, dass er bei dTodesrbeitete. Dann bittet Lucius Ron um einenlen, und das Leben schlägt eine wirklich merkwürdige Richtung ein.
Disclaimer: Diese Geschichte basiert auf Charakteren und Situationen, die J. K. Rowling erfunden hat und alle Rechte liegen allein bei ihr, diversen Verlagen und Warner Bros. Niemand hat die Intention, mit dieser Story Geld zu verdienen oder Diebstahl geistigen Eigentums zu begehen. Der Plot dieser Fanfiction gehört einzig und allein der unfassbar guten Icarus. Ich habe demütig bei ihr um Einverständnis gefragt, diese Story übersetzen zu dürfen und, glückliches Kind das ich bin, hat sie mir selbiges erteilt.

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Lucius Malfoy war der beste Zaubereiminister, den wir jemals hatten. Und das war definitiv nicht gut.

Ich meine neben dem Offensichtlichen, dass Dumbledore und Harry und alle anderen sich bei meinem Bruder Charlie in Romänien verstecken mussten oder so was in der Richtung, und dass die Todesser an der Macht waren.

Man sollte eigentlich denken, Malfoy wäre hundsmiserabel. Ihr wisst schon, verdorben oder so, aber...

Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe nicht weniger als vier Zaubereiminister mitgemacht. Seht ihr, in dem Jahr nach meinem Schulabschluss arbeitete ich bei Percy und hoffte mit angehaltenem Atem darauf, mein Auror-Examen zu bestehen. Ich habe aus erster Hand erfahren, was für ein konfuses Durcheinander Fudge aus allem gemacht hat. Als mein Vater übernahm, dachte ich mir, dass es eigentlich nur besser werden konnte, also arbeitete ich weiterhin für Percy und nahm zum zweiten Mal an der Auroren-Prüfung teil.

Schaut mich nicht so an. Alle fallen beim ersten Mal durch.

Wie auch immer. Ich liebe meinen Vater, aber ich muss schon zugeben, dass es eine ziemliche Katastrophe war. Okay, es war ein totales Chaos, die Leute hetzten von einem Ort zum anderen, Eulen und Eulenmist überall - ich glaubte schon, Percy würde einen Nervenzusammenbruch kriegen. Percy ist mir echt auf den Wecker gegangen. Ich nahm mehr Verantwortung auf mich, als ich jemals wollte, und das nur, damit er endlich die Klappe hielt.

Dann fielen die Todesser über das Ministerium her... na ja, Gott sei Dank ist Dad noch rausgekommen. Aber Percy und ich saßen in der Falle. Wir wurden belagert.

Und somit arbeitete ich für eine glorreiche Woche für Percy Weasley, den Kommissarischen Zaubereiminister.

Echt jetzt, ohne Scheiß. Mein Gott...

Also weiß ich, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass es eine Freude ist, für Lucius Malfoy zu arbeiten, auch wenn ich es hasse, so zu denken, und mich weigere, es laut auszusprechen. Ein bisschen Stolz habe ich immerhin noch.

Ja, ihr hört richtig.

Ich, Ron Weasley, arbeite für Lucius und die Todesser. Hört sich wie 'ne Rockband an, oder?

Sorry, ein ziemlich kranker Witz. Man muss den Humor nehmen, wie er kommt.

Lord der Zauberei, sollte ich sagen, nicht Minister. Lucius war erpicht, daraus einen vererbbaren Adelsstand zu machen. Wie er das allerdings anstellen wollte, war mir schleierhaft. Ich meine, wenn es jemanden gab, den die Todesser mehr hassten als Harry, dann war es Draco Malfoy. Na ja. Ihn und Snape. Sie hassten Draco nicht wegen all der stichhaltigen Gründe, aus denen ich ihn hasste, nämlich weil er ein fanatisches, frettchengesichtiges, reinblütiges Arschloch war. Sie konnten einfach nur Verräter nicht sehr gut leiden. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch herauszufinden, warum Draco, mit Dunklem Mal und allem, die Seiten wechselte und gegen seinen eigenen Vater vorging. Später sollte ich das noch lernen. Und es stellte sich als ziemlich wichtig heraus.

Als das Ministerim fiel, gingen Percy, ich und eine Menge anderer Leute ins Gefängnis und warteten auf unsere Hinrichtung. Deprimierender Gedanke, ich weiß. Wir waren auch nicht wirklich fröhlich.

Am Tag, als man mich und Percy dann aus aus unseren Zellen holte und ins Ministerium brachte, dachte ich, wir wären beide erledigt. Das Wort 'Hexenprozess' wollte mir einfach nicht aus dem Kopf gehen (1). Als wir die Treppen mit all diesen Wachen um uns herum hinaufstiegen, sah Percy zwar ziemlich blass aus, ansonsten schien er es aber ganz gut zu verkraften, fand ich. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich Percy nie für mutig gehalten.

Percy sah genauso geschockt aus, wie ich mich fühlte, als wir, anstatt in die Hallen der Rechtsprechung gebracht zu werden, zum Empfangsraum vor dem Büro des Ministers geführt wurden, wo man uns Tassen mit Tee gab, uns auf bequeme Stühle komplimentierte und uns sagte, wir sollten auf den Minister warten. Die Hexe am Empfang war sehr höflich. Wie es aussah, hatten wir einen 'Termin'. Es war kaum jemand in der Nähe, und das, obwohl dieser Ort früher einem Tollhaus geglichen hatte. Was das ganze noch unwirklicher erscheinen ließ.

Nach den zwanzig längsten Minuten meines Lebens wurden wir hineingeführt. Der schwarze Bürosessel drehte sich, und ich sah Lucius Malfoy hinter dem riesigen Schreibtisch... Nun, irgendwie war ich nicht im mindesten überrascht. Ich war zwar wie benommen und hatte weiche Knie vor Angst, ja. Aber überrascht war ich nicht. Er bat uns, Platz zu nehmen. Was wir auch, uns sehr unbehaglich dabei fühlend, taten.

Nein, der Schocker war, als er uns Jobs anbot. Lucius Malfoy erklärte uns, er sei 'unterbelegt'. Was eine ziemliche Untertreibung war, wenn man sich so umschaute.

Malfoy erklärte weiterhin, er habe sich seine Management-Philosophie aus den Unterlagen eines SS-Offiziers abgeschaut. Irgendwie vorauszusehen, dass die einzigen Muggel, von denen er etwas wusste, die Nazis sein würden.

Hey, schaut mich nicht so an! Natürlich weiß ich, wer die Nazis waren! Ich mag vielleicht nicht in der Lage sein, ein Feleton zu benutzen, aber ich habe alles über die Kriegsführung der Muggel gelesen.

Wie auch immer, Lucius erklärte uns, wenn ich mich richtig erinnere:

"Den Faulen und Dummen werde ich niedere Tätigkeiten geben, bei denen es egal ist, ob sie gut gemacht werden. Die Intelligenten, die noch dazu hart arbeiten, werde ich zu meinen Assistenten machen, da sie alles tun und Wunder für mich vollbringen werden.", sagte er, während er seine Hände ach-so-elegant, so Malfoyisch, in seinem Schoß faltete. Ich hasste es, wie er sich aufführte.

"Den intelligenten Faulpelzen werde ich das Management überlassen, denn sie werden am besten wissen, wem welche Arbeit zu geben ist, und die einfachste Lösung für alles finden." Lucius lächelte mich an und ich versuchte, zurückzulächeln, aber ich konnte nicht, mein Hals war wie zugeschnürt. "Die Dummen und Tüchtigen allerdings, werde ich so schnell wie möglich entfernen, bevor sie zu viel Schaden anrichten können. Aber das ist kaum mehr nötig, nicht wahr? Cornelius Fudge ist schon längst fort."

Wir lachten höflich, nippten an unserem Tee und fragten uns, wo das alles hinführen würde. Malfoys Meinung über unsere Familie nach zu Urteilen, sah ich mich und Percy schon Ministeriums-Fußböden schrubben.

"Natürlich können Sie auch wählen, in ihren Zellen zu verbleiben", meinte Lucius und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, "doch hier sind sie uns von größerem Nutzen."

Die Drohung war eindeutig. So lange wie wir nützlich waren, blieben wir am Leben. Man muss ihm allerdings anrechnen, dass er die Klasse hatte, ehrlich mit uns zu sein, als ich ihm auf den Kopf zu sagte, das wir sowieso nur Geiseln für unseren Vater seien, dem wahren Zaubereiminister.

Ja, war ziemlich blöde von mir, Lucius Malfoy anzuschreien, wo er uns doch soeben unsere Leben angeboten hatte. Percy sah aus, als wollte er mir einen Fluch auf den Hals hetzen (soweit das ohne Zauberstab möglich war), aber ich war wütend, das kann ich euch sagen!

"Sehen Sie es einfach als Zeit ihrer Anstellung an", gab Lucius aalglatt zurück.

Wir akzeptierten. Selbstverständlich. Welche Wahl hatten wir schon? Ich meine, im Gefängnis hatten wir nichts und das... naja, es war wie Schach. Du magst Schach stehen, aber du hast immer noch ein oder zwei Bauern auf dem Brett. Immer noch besser als Schachmatt. Mit enormem Glück kannst du immer noch gewinnen.

Das vergas ich nie.

Wer hätte gedacht, dass sich Draco Malfoy als mein Glücksbringer herausstellen würde?

Ich vermutete immer, dass da noch ein paar interne politische Todesserspielchen im Gange waren, dass Lucius uns unter seiner persönlichen Fuchtel haben wollte. Aber der Teufel sollte mich holen bevor ich sowas durchschauen konnte. Alles, was ich wusste war, dass Avery über die Gefängnisse befehlte, und das die irgendwie immer leerer wurden - was bestimmt nicht daran lag, dass weniger Leute festgenommen wurden.

Demnach waren wir ziemlich froh, aus unseren Zellen raus zu sein, und das nicht nur wegenn dem lausigen Essen da.

Also. Percy wurde zu Malfoys persönlichem Sekretär ernannt. Rein optisch bissen die beiden sich furchtbar, wenn Percy mit einem Dokument angewuselt kam, nachdem Malfoy noch gar nicht verlangt hatte, und die beiden es gemeinsam studierten. All das rote Haar und dieses fast weiße Blond... Man konnte Augenmigräne nur vom Hinsehen bekommen. Aber von der Persönlichkeit her war es fast unheimlich, wie gut die beiden miteinander klar kamen. Malfoy verlangte Perfektion und Percy... nun, er lieferte sie.

Indessen war Lucius Malfoy all das, was ich ihm nie zu sein zugetraut hatte. Er war sich seinem Umfeld durchaus bewusst, er war unproblematisch, effizient und professionell. Er war wie Crouch, nur mit Charisma. Lob von ihm war nicht mehr als ein zufriedenes Nicken, aber die Leute lechzten regelrecht nach einem solchen Nicken und waren für Tage überglücklich, wenn sie eins bekamen. Sein Personal liebte ihn.

Was mein Leben um einiges leichter machte. Denn ich war der Manager des Personals.

Oh ja, Percy hasste die Tatsache, dass Malfoy mir eine Position gegeben hatte, die technich gesehen über der seinen lag. Selbst, wenn ich ihn darauf hinwies, dass ich soeben beleidigt und als faul bezeichnet worden war (nicht, dass mich das groß störte). Malfoy sagte mir, dass jedes ich Problem, dass meine Belegschaft nicht in den Griff bekam, zu verantworten hatte. Er wollte nichts dergleichen sehen oder hören. Ich glaube, das hat ihn selbst faul aber clever gemacht. Solange ich die richtigen Leute fand, musste ich selbst keinen Finger krumm machen. Hörte sich in meinen Ohren ziemlich gut an.

Wir waren aus unseren Todeszellen entkommen und waren nun bei den Todessern angestellt. Es war der zweitverückteste Tag meines Lebens.

Ich versuchte, meinen Job schlecht zu machen.Ich hab's wirklich versucht. Am Anfang stellte ich Leute an, die den Todessern gegenüber definitiv *nicht* loyal waren, und lächelte dabei die ganze Zeit unschuldig. Lucius Malfoy war ein *Idiot*, mir eine höher gestellte Position anzuvertrauen.

Doch dann kam die Nacht, in der Percy zitternd in meine Wohnung gestolpert kam. Er weigerte sich, mir zu erzählen, was Malfoy mit ihm angestellt hatte, weigerte sich jedoch auch, diese oder die Nacht darauf zurück in seine eigene Wohnung zu gehen. Das gab mir mehr Gewissheit, als wenn er mir irgendwas erzählt hätte. Ich gab Percy mein Bett und schlief auf der Couch.Oder ich versuchte es zumindest. Doch meine Augen waren die ganze Nacht weit geöffnet.

Lucius kannte mich, auch wenn ich nicht wusste, wie. Er hätte mit mir machen können, was er wollte, aber Percy - naja, er ist halt mein Bruder. Das macht mich zwar auf gewisse Weise auch zu einem Feigling, aber ich würde nie riskieren, dass ihm etwas zustößt.

Ich glaube, Percy hatte er auf ähnliche Weise bedroht.

Danach... machte ich meinen Job.

Ein Lichtblick am Horizont war das tägliche Mittagessen mit Percy. Wusstet ihr, dass er Sinn für Humor hat? Nicht auf diese herumalbernde Art, eher auf diese Ich-lache-so-doll-dass-meine-Milch-durch-die-Nase-kommt-Art. Ich meine, einmal sagte ich etwas über Lucius, das einfach, nun, der Wahrheit entsprach, und er fiel vor Lachen glatt von seinem Stuhl. Er schaute mich vom Boden aus an und quetschte heraus:

"Ich dachte immer, Fred und George wären die Lustigen..."

"Du hälst Fred und George für witzig?!" Ich konnte meinen Ohren kaum trauen. Ihretwegen hatte er sich doch andauernd über irgendwas geärgert. Aber das fand er wiederum zum Brüllen. Ich glaube, es war einfach der Stress, jeden Tag mit Lucius arbeiten zu müssen, auch wenn Percy immer auf dessen Sonnenseite stand. Er versorgte Percy sogar mit Schokolade - an die ziemlich schwer ranzukommen war - nur, weil Percy Schokolade mochte. Noch ein Grund, warum ich mich immer aufs Mittagessen freute.

Ich glaube, es sagt fiel über meine Fähigkeiten als Manager aus, wenn ich euch erzähle, dass ich am Morgen des *verrücktesten* Tages in meinem Leben gerade in einer 'Konferenz' war (soll heißen: ich spielte mit Papierfliegern in meinem Büro) und über nichts anderes als das Mittagessen nachdachte.

Sollte mein Leben noch irgendwie verrückter werden... dann bitte ich euch inständig, nehmt einen Zauberstab, steckt in mir in den Arsch und sagt Avada Kedavra.

'Tschuldigung. Bin wahrscheinlich zu lange von Todessern umringt gewesen. Die machen andauernd Witze über sowas.

Ich hatte wirklich einen einfachen Job. Management ist eigentlich nichts anderes, als Leute zu finden, die die Stelle sowieso haben wollen und ihnen zu sagen, sie sollen den Job machen. Dass die Leute durch meine Entspanntheit kein Problem damit hatten, mit Problemen früh zu mir zu kommen, war auch ziemlich praktisch, aber das ist einfach meine Art. Normalerweise quatschten sie ihre eigenen Beschwerden zu Brei und dankten mir dann dafür, ihnen geholfen zu haben. Alles klar, kommt jederzeit wieder vorbei! Was sag ich? Zuckerschlecken.

Es lagen also sechs bis sieben Papierflieger in meinem Büro herum, und die Dart-Pfeile steckten alle in der Zielscheibe, auch wenn ich echt zu faul war, aufzustehen und sie wieder rauszuziehen, als plötzlich Percys Kopf im Kamin erschien. Was mich ganz schön erschrecken ließ, Magie war uns nämlich strikt verboten. Er sah aufgewühlt aus, was mich noch nervöser machte.

"Komm in das Büro des Lords der Zauberei. Jetzt sofort. Es ist dringend." Percy wartete nicht auf meine Antwort, er schaute mich nicht einmal tadelnd wegen der Papierflieger an.

Es wäre Klasse gewesen, jetzt einfach zu Apparieren oder per Flopulver zu gehen, aber so einfach machte man es uns nicht. Meine Roben flatterten hinter mir als ich durch die Gänge eilte. Ich gab mir Mühe, nicht zu rennen. Percy hätte mir wenigstens einen Tipp geben können! Hätte mich irgendwie vorbereiten können. Naja, wahrscheinlich stand Malfoy direkt neben ihm, um sich um das Flopulver und den Zauberspruch zu kümmern.

Die Hexe am Empfang war überrascht, mich zu sehen, also schien die Sache, was immer sie war, geheim zu sein. Percy verhielt sich aalglatt, er log ihr frech ins Gesicht und erklärte, er hätte mich hergebeten. Was noch merkwürdiger war. Ich sagte kein Wort. Er führte mich durch die Doppeltür in Lucius' Büro und schloss die Türen wieder hinter sich, als er ging. Er ließ mich mit Lucius Malfoy allein.

Der Lord der Magie war ganz ruhig. Ich ging in Gedanken dutzende Dinge durch, die ich verbockt haben könnte, stand aber nur still da und wartete darauf, dass er zu sprechen begann. Er bedeutete mir, mich zu setzen.

"Sie haben meinen Sohn nie gemocht, nicht wahr?"

Tja, was sollte ich darauf sagen? Dass sein Sohn anbetungswürdig und liebenswert war und und wir die besten Kumpels waren? Die Todesser mochten Draco hassen, aber das hier war sein Vater. Na. Ich war nie gut mit ihm ausgekommen. Ich schüttelte den Kopf.

"Ja. Man kann mit Fug und Recht behaupten, das Sie und er so sehr verfeindet waren, wie es zwei Menschen von unterschiedlichem sozialem Stand nur sein können..." Lucius zog mit dem Daumen seine Unterlippe nach, so wie er es immer tat, wenn er nachdachte.

Ja, ich bin lang genug um ihn herum gewesen, um solche Sachen zu wissen.

Schließlich sagte Malfoy: "Sie müssen meinen Sohn für mich retten."

"Ihn retten...? Vor we -?" Und da dämmerte es mir. Die Todesser hatten Draco Malfoy geschnappt. Scheiße. Lucius musste es nicht mal sagen. Zum ersten Mal in meinem Leben tat mir Draco leid. Ich meine, er war in Schwierigkeiten für das einzig Gute, was er jemals getan hatte!

Dann realisierte ich, was er noch gesagt hatte. "Ich...? Was...? Wie...?" Jaja, ich war redegewandt wie eh und je.

"Unser gütiger Lord Voldemort hat eingewilligt, Dracos Leben zu verschonen, unter der Bedingung er möge sich... ändern." Lucius zwang die Wörter unendlich langsam von seinen Lippen, als wäre dieser Satz schlimmer als der Tod. "Es wurde entschieden, dass Draco... arrogant ist. Dass er sich aufgrund dieser Arroganz von uns abwand. Man muss ihm eine Lektion erteilen und diesen... Makel... beheben."

Draco Malfoy, arrogant? Nein, was für eine Überraschung! Aber ich hielt lieber die Klappe. Ich hatte noch immer keine Ahnung, was das alles mit mir zu tun haben sollte.

"Sollte er darum flehen, dem Dunklen Lord dienen zu dürfen..."

Draco Malfoy? Flehen?! Nicht in einer Millionen Jahre...

"...wird man ihm dieses Privileg nicht gewähren."

Häh?

"Doch sollte er darum flehen, denen zu dienen, die selbst Diener sind... so mag man ihm dies vielleicht erlauben." Lucius heftete seinen Blick auf mich und ich fühlte mich in meinem Stuhl festgenagelt. "Sie müssen sich für mich darum kümmern, dass er dies tut."

"Flehen? Was? Um MIR zu... zu dienen?" Er würde das niemals tun, ich war warscheinlich die Person, die er am wenigsten sehen wollte, ganz zu schweigen davon, mich anzuflehen...

Oh. *Deswegen* war ich ausgewählt worden. Voldemort hatte nicht die Intention, Draco erfolgreich sein zu lassen. Er wolllte Draco bloß entgültig brechen, bevor er ihn hinrichten ließ. Echt unheimlich, dass ich jetzt schon so lange unter Todessern war, dass ich es so schnell verstanden hatte. Noch vor einem halben Jahr wäre es mir nie in den Sinn gekommen, dass jemand so grausam sein konnte.

"Sie werden das hier brauchen." Lucius hielt mir eine kleine Phiole hin. Es war eine bläuliche Flüssigkeit darin, und ich schwöre euch, als ich erkannte, worum es sich handelte, konnte ich nur noch entgeistert darauf starren. Ich war unfähig mich zu bewegen, selbst zu atmen vergas ich. Erst als Lucius leicht verärgert auszusehen begann, nach ich die Phiole entgegen. Lucius stand auf, drehte mir den Rücken zu, schaute aus einem Fenster und sagte:

"Er wird darum flehen müssen. Sorgen Sie dafür, dass er das tut."

ich verließ das Büro, bevor er mir sagte, ich sei entlassen, was demonstiert, in was für einem Zustand ich mich befand. Ich glaube sowieso nicht, dass Lucius Malfoy mich noch ansehen wollte. Nicht mit den Gedanken im Kopf, was ich bald mit seinem Sohn anstellen würde.

Ich wusste, Lucius hatte nicht gemeint, Draco sollte um den Trank betteln. Oh nein. Der war für mich. Es war ein leistungssteigernder Trank, den jeder Mann kannte, obwohl ihn zu benutzen einem Geständnis gleichkam, dass man ihn nicht von alleine hoch kriegte. Aber in diesem Fall - würde ich ihn brauchen. Ich vermutete ebenfalls, dass Percy ihm geholfen hatte, sich diesen Eingriff zu Dracos Rettung auszudenken. Wer weiß, wie viele kleine Gefallen ihm Malfoy dafür hatte tun müssen. Aber es war unwahrscheinlich, dass Mr. Malfoy Dracos und meine persönliche Geschichte ohne Percys Zutun kannte.

Mein Gott.

Ich konnte Percy nicht ansehen. Ich ging ohne Umschweife an der Dame am Empfang vorbei. Sie muss etwas zu mir gesagt haben, aber ich bin mir nicht sicher, was es war. Ich dachte darüber nach, zu meinem Büro zu gehen und so zu tun als wäre alles wie immer, ihr versteht? Aber ich bin kein guter Schauspieler, und ich weiß das. Also machte ich nur einen kleinen Zwischenstop, sagte einem meiner Assistenten, ich weiß nicht mehr, wer es war, dass ich mich nicht wohl fühlte, und ging nach hause.

Naja. Nicht wirklich zu hause. Ich war im Arrest, wie die meisten Leute im Ministerium zu dieser Zeit. Sie hatten Büros in beige gestrichene Zwei-Zimmer-Wohnungen umgewandelt, mit winzigen angebauten Küchen.

Ich lies mich auf die Couch fallen und zwei Dinge wurden mir bewusst: Zum einen hatte ich Rindvieh vergessen zu fragen wann, und ich würde einen Teufel tun bevor ich zurückging und nachfragte. Zum anderen musste ich mich betrinken. Und zwar so richtig hackedicht. Ich hatte mir dieses Privileg nicht verdient, Alkohol zu haben, aber ich kannte jemanden, auf den das zutraf.

Ich begann gerade, Percys abgeschlossene Türe aufzuschließen - wir hatten Muggelschlösser, schließlich waren Zauberstäbe verboten - als sich diese von alleine öffnete. Percy war schon zuhause. Mitten am Tag. Das war das erste Mal. Er sagte kein Wort, worüber ich ihm unendlich dankbar war. Keine Erklärungen. Keine Entschuldigungen. Nichts. Als ich nach dem Alkohol griff, holte er nur ein Glas heraus und goss mir ein. Und er goss so lange nach, bis ich in gesegnete Bewusstlosigkeit fiel.

Am nächsten Morgen wurde ich ziemlich spät in Percys Bett wach. Ich fühlte mich ein wenig übernächtigt, war aber sonst glücklicherweise um den Kater herumgekommen. Percy war schon bei der Arbeit, er hatte mir aber einen Zettel dagelassen, auf dem stand, dass er mich im Büro entschuldigt hatte. Ich war froh, dass ich gesagt hatte, ich wäre krank.

Ich musste erwähnt haben, dass ich nicht wusste wann, denn auf dem Zettel stand ebenfalls, dass es heute Abend passieren würde. Ich hatte nicht darüber nachgedacht, dass Percy, selbstverständlich, bescheid wissen würde.

Ich wünschte mir, ich wüsste es noch nicht. Jetzt hatte ich den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als darüber nachzudenken.

Fast hätte ich angefangen, mich zum Frühstück wieder zu betrinken. Ich hörte aber schnell wieder auf, als mir klar wurde, dass ich heute Abend Draco Malfoys Leben in Händen halten würde. Da sollte ich lieber nüchtern sein. Er mochte zwar die lausigste Ausrede eines Zauberers sein, die jemals auf dieser Erde gewandelt war (mal abgesehen von Voldemort), oder zumindest war er nahe dran, aber ich würde mir nicht meine Hände mit seinem Blut beschmutzen. So sah ich das. Außerdem war mir eine Strafe von Lucius sicher, sollte er abkratzen. Aber das interessierte mich im Moment einen feuchten Dreck.

Vielleicht bin ich deswegen durch die Auror-Examen durchgefallen. Sogar zweimal. Die haben einen da die komischsten Sachen gefragt, war warscheinlich ein Persönlichkeitstest.

Ja, ich geb's zu, nicht jeder fällt zweimal durch.

Wie auch immer. Irgendwann nachmittags legte ich mir einen genialen Plan zurecht. Ich würde die Sache so schnell wie möglich und mit den wenigsten Scherereien für mich durchziehen und Malfoy würde als lebendiger kleiner Arsch davonspazieren. Denn ein Arsch würde er immer sein.

Ich würde einfach in ihre gruseligen Kerker hinuntergehen, oder wohin auch immer, mich zu ihm runterbeugen, so tun als würde ich ihn küssen und ihm die Sachlage zuflüstern. Er würde ein bisschen Schauspielern, frei nach dem Motto: 'Oh, Ron, bitte besorg's mir!' - Dann würde ich meine Pflicht tun - und dann... war die Sache gelaufen. Wenn ich Glück hatte, würde ich sein Frettchen-Gesicht nie wieder sehen müssen.

Es stand für mich fest, dass ich Draco Malfoy danach nie mehr in die Augen sehen konnte. Nie, nie mehr.

Ich goss ein wenig Sonnenblumenöl in ein leeres Fläschen, dass ich in Percys Hausapotheke gefunden hatte, für den Fall, dass sie daran nicht gedacht hatten. Ich meine, nicht nur um Malfoys Wohlbefinden willen - hsss, aua! Als wenn ihr euch an einem Tepping aufgerieben hättet, ihr versteht, was ich meine?

Um ungefähr neun Uhr klopfte es an der Tür. Davor standen drei oder vier Typen in voller Todesser-Montur, mit Roben und Masken und allem.

'Süßes, sonst gibt's Saures!', ging mir durch den Kopf, aber irgendwie bezweifelte ich, dass diese Kerle Sinn für Humor hatten, also hielt ich mal lieber die Klappe.

Ich ließ die Phiole und das Fläschchen mit dem Öl in meine Taschen gleiten und sie führten mich ohne ein Wort weg. Sie zogen dieses ganze 'Gruselige Todesser'- Ding ganz schön gut durch. Bis auf, hey, der Typ da links trug weiße Turnschuhe! Das sah ziemlich albern aus...

Ich weiß nicht. Die Dinge befanden sich in so einem urkomischen Zustand, dass meine Laune auch ein bisschen daneben war.

Ich ging davon aus, dass man mich in einen Kerker in der Nähe bringen würde, doch stattdessen nahmen sie mich mit nach draußen. Ich hatte die Außenwelt, mit Außnahme von ein oder zwei Fenstern, seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Nicht mehr seit unserem Fall. Aber ich kam nicht dazu, diesen Hauch von Freiheit zu genießen, denn sie quetschten mich zwischen sich auf einen Security Besen des Ministeriums und wir hoben ab. Wir waren gut zwanzig Minuten in der Luft, und irgendwann zwischendurch hatte ich mein letztes bisschen Humor verloren. Langsam fing ich wirklich an, mir Sorgen zu machen. Wo zum Teufel gingen wir hin?

Dann erkannte ich, was da vor uns lag. Das englische Quidditchstadion. Ich war nicht mehr ganz auf dem Laufenden, was Quidditch anging, mit gutem Grund, natürlich. Hatten die Todesser das Stadion in eine Art Gefängnis umgebaut? Wie hatten sie das geschafft? Wurde überhaupt noch Quidditch gespielt?

Dann sah ich, dass man das Stadion eingemauert hatte. Also war es ein Gefängnis. Oder so etwas in der Art.

Keine Ahnung, irgendwie traf es mich ziemlich hart, schlimmer als alles andere bisher, dass es kein Quidditch mehr in England gab. Es rief mir wieder in Erinnerung was die Todesser eigentlich waren. Ich glaube, ich hatte mich durch meinen Job im Ministerium einfach an sie gewöhnt. Ich war, auch wenn ich hasse, es zugeben zu müssen, bequem geworden. Es war kein tolles Leben dort. Aber es war okay. Ich hatte es vergessen. Irgendwie. Mit einem Mal fühlte ich mich verdammt unbehaglich in meiner Haut.

Wir landeten und ich stand einfach nur da und starrte die Wände des Stadions an. Die Todesser zerrten mich am Kragen vom Besen, als ich mich für ihren Geschmack nicht schnell genug vom Fleck bewegte. Das war ein ziemlicher Schock für mich. Lucius war nie grob mit uns umgegangen! Doch plötzlich war ich wieder der Gefangene, und ich mochte es nicht im Geringsten.

Draco Malfoy tat mir jetzt um einiges mehr leid als gestern.Ich meine, schließlich war er 'der Verräter'. Ich interessierte die Todesser einen Dreck. Ich konnte es kaum glauben, dass Lucius ihm überhaupt eine Chance erkaufen konnte.

Ich glaubte nicht mehr daran, dass ich es schaffen könnte. Ihn zu retten, meine ich. Als ich diese hohen Mauern hinaufstarrte, schien es mir einfach unmöglich.

Man führte mich zu einer kleinen Türe etwas abseits und von dort in einen sehr engen, dunklen Raum. Außerhalb dieses Raums konnte ich ziemlich viel Lärm hören, aber ich war so desorientiert und von so vielen Eindrücken auf einmal getroffen, dass ich ihn nicht zuordnen konnte. Jemand sagte: "Sonorus."

Ich wurde vorwärts durch eine Tür in blendend helles Licht geschubst, und die Menge toste.

Es war ein verficktes Römisches Collosseum....

"Verdammter Hurensohn...", rutschte es mir leise heraus.

Und meine Stimme widerhallte, füllte das ganze Stadion. Doch schnell wurde sie vom ohrenbetäubenden Lachen der Zuschauer abgelöst. Der Sonorus-Zauber war auf mich gelegt worden.

Ein Oroboros-Zauber, oder eine Muggelbombe, jetzt und hier, dachte ich. Das ist alles, was wir bräuchten, um den ganzen Laden fertig zu machen. Leider tat mir niemand den Gefallen.

Und weg war mein genialer Plan. Ich konnte regelrecht das rauschende Geräusch der Spülung hören. Als ich mit laut knirschenden Schritten über den sandigen und kiesigen Boden auf die Mitte der Arena zuging, wurde mir klar, dass es mir unmöglich war, Draco seine Wahlmöglichkeiten dar zu legen.

Und was jetzt?

Zuerst sah ich Malfoy nicht. Da war nur ein ganzer Haufen Clown, zum Spott verkleidet als Dumbledore, Harry, Snape und mein Dad... alle Lieblinge der Todesser. Ich sah mir diesen grausamen Humor lieber nicht zu genau an, er ließ mich rot sehen.

Dann sah ich Malfoy. Und schaute sofort wieder weg.

Man hatte ihn an den Armen in eine Art Rahmen gekettet. Selbst aus dieser Entfernung sah seine linke Schulter so aus, als wäre sie ausgerenkt. Anfangs kam es mir vor, als trüge er ein schmutiges, gräuliches Kleidungsstück über seiner Brust, den Schultern und den Armen. Doch als ich langsam näher herankam erkannte ich, dass er nichts trug außer seinen Shorts. Es sah nur einfach nicht so aus, denn sein gesamter Oberkörper war über und über mit Blutergüssen bedeckt.

Malfoy wurde von zwei riesen Todesser wachen samt Masken flankiert. Doch selbst mit den Masken kam mir dieses Bild viel zu vertraut vor, sodass ich Crabbe und Goyle sofort erkannte. Die beiden hatten ihre Zauberstäbe in der Hand.

Mein Gott. Was hatten sie ihm nur angetan?

Über dem Rahmen schwebte ein großes Schild, auf dem 'Dumbledores Flittchen' stand. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Schild Malfoy mehr ausmachte als alle seine Verletzungen zusammen. Als ich ihm näher kam und sein Gesicht genauer sah... Gott. Ich blieb genau vor ihm stehen und... konnte ihn einfach nur anstarren. Die Arena fiel in Schweigen.

Was sollte ich nur tun?

Ich dachte, er wäre nicht bei Bewusstsein, so wie er da in den Ketten hing, aber ich sah noch einen Schimmer der Augen in seinem geschwollenen Gesicht. Ich konnte nicht genau sagen, ob er sie vor lauten Schmerzen fast geschlossen hatte, oder ob die Gesichtspartie so angeschwollen war, dass er sie nicht vernünftig öffnen konnte.

Himmel. Von nahem stank Malfoy wie die Pest. Der Gestank haute mich fast um.

Malfoy ergriff zuerst das Wort.

"Weasley. Du bist also mein Folterknecht..." Malfoy Zähne waren teils gebrochen, teils fehlten sie auch, daher spuckte er ein wenig beim Reden. "Wette, du wirst es genießen..."

Seine Stimme hallte durchs Stadion. Noch ein Sonorus.

"Hast du Durst?", fragte der 'Harry'-Clown.

Und dann, ich wollte meinen Augen nicht trauen, holte der Clown 'ihn' doch tatsächlich raus und pisste Malfoy an! Die Zuschauer brüllten vor Lachen. Kein Wunder, dass er so stank.

"Draco", dröhnte eine weitere Stimme. Es war Lucius Malfoy. "Rettung naht! Wenn du ihn darum anflehst, mag er dein Bitten vielleicht erhören. Alles kann dir von deinem Meister gewährt werden. Wenn du Wasser wünschst, oder Heilung... so kann dir dies von deinem Meister, Ronald Weasley, gewährt werden. Gesetz dem Falle, er akzeptiert dich."

Die Menge kicherte.

"Du verdienst es nicht, unserem Lord zu dienen. Doch dir soll erlaubt werden, dem niedersten seiner Sklaven zu dienen, und dich zumindest ihm als würdig zu erweisen."

"Fick dich ins Knie, Vater...", hallte wieder Dracos Stimme.

Die Zuschauer zischten, buhten und lachten gleichzeitig.

"Du bist vom Tod gebrandmarkt, Draco. So, wie dich einst unser Lord mit seinem Mal beschenkte. Ein Privileg, dass du so arrogant von dir gewiesen hast. Du solltest eigentlich nicht einmal diese Chance erhalten. Du solltest dich glücklich schätzen."

Malfoy versuchte, etwas zu erwidern, doch stattdessen fing er an zu husten. Blut sammelte sich in einem seiner Mundwinkel.

Meine Gedanken waren wie betäubt. Ich stand bloß da und sah zu, konnte das alles nicht für möglich halten. Ich konnte nichts hiervon mit meinem Leben im Ministerium in Verbindung bringen. Und ich war mir sicher, dass Percy ebenfalls von alledem keine Ahnung hatte.

Ich war mir jetzt sicher, dass auch Malfoy nicht damit klarkam. Zum Teufel, wie sollte er auch! Die Arena wurde merkwürdig still, so still wie es in so einem riesigen Stadion konnte, mit diesem fortwährenden Geflüster und dem Geräusch der Bewegung.

"Ich wette, du hast eine ganze Reihe kleiner Sklavenjungs zuhause, Weasley", spuckte Malfoy mir regelrecht entgegen.

"Nein." Das war alles, was mir in dem Moment einfiel, ganz ehrlich.

"Kollaborateur!" Malfoy hustete.

Jetzt hatte er aber einen Nerv getroffen. Was wusste der kleine Scheißer schon über Percy, und über die Macht, die Lucius über uns hatte?!

"Ich könnte jetzt einfach so weggehen", sagte ich ihm, "und dich hier sterben lassen."

Das Geflüster der Menge wurde lauter, aber ich kümmerte mich nicht darum.

"Tu's doch...", murmelte er.

Dieser verdammte Narr! Ich versuchte hier gerade, sein jämmerliches Leben zu retten!

"Du hast dich nie um irgendwen gekümmert, oder?!" Im Gegensatz zu mir. "Dir waren doch immer alle scheißegal!"

Mir aber nicht, und deswegen bin ich hier, du Idiot. Ich wette, wenn Malfoy jetzt an meiner Stelle wäre, würde er nicht mal versuchen zu helfen.

Ich ging ganz nah an ihn heran, trotz des Gestanks. Er versuchte, mich anzuspucken, musste aber wieder husten. Sehr sogar. Ich streckte eine Hand nach ihm aus und wischte den Blutstropfen von seinem Kinn. Malfoy schreckte zurück. Sein Gesicht musste wirklich sehr weh tun. Mich schmerzte es auch, das mit ansehen zu müssen. Ich würde nie einfach so weggehen können. Irgendwie musste ich ihn dazu bringen, mir zu vertrauen.

Obwohl alle zusahen. Obwohl ich nicht mit ihm sprechen konnte. Obwohl zwei Wachen daneben standen.

Naja, letzteres war wohl eher ein Vorteil. Die beiden waren so unsagbar dumm, keine Ahnung, warum die Todesser sich überhaupt mit ihnen herumschlugen.

Malfoys Schulter war definitiv ausgerenkt. Aber ich wusste, wie ich das ändern konnte.

Natürlich wusste ich das - das und noch mehr medizinisches Basiswissen. Was glaubt ihr, was ich alles für die Auroren-Prüfung büffeln musste? Die Welt ist eben nicht nur magisch.

Zu dumm nur, dass ich nicht von den Ketten los bekam. So konnte ich das nicht machen.

Moment mal... Mir ging auf, dass sie auf keinen Fall von mir verlangen konnten, dass ich es Malfoy 'besorgte', während er so in den Ketten hing. Ich gab Crabbe und Goyle zu verstehen, dass sie ihn losmachen sollten. Sie brauchten ein Weilchen um zu schnallen, was ich von ihnen wollte, aber sie taten es tatsächlich!

Verdammte Scheiße, ging es mir durch den Kopf. Die wollen echt, dass ich hier einen auf Meister mache! Die Ketten rasselten zu Boden und ich fing Malfoy auf, bevor er fallen konnte.

Ich schaute ihm in die Augen. Er sah sehr überrascht und für einen Moment auch leicht verängstigt aus. Ich drückte ihn auf die Knie, und zur Warnung hielt ich seinen Blick noch einmal für einen langen Augenblick. Dann griff ich zu - und zog.

Malfoy schrie wie am Spieß und der Schrei widerhallte und vervielfältigte sich fünfigfach in der Arena. In der Menge rumpelte es irgendwie. Ich konnte nicht genau ausmachen, ob die Zuschauer verwirrt, zufrieden oder etwas anderes waren.

Dann fingen sie zu brüllen, jubeln und toben an. Es wurde sogar geklatscht.

Was für ein Haufen blutrünstiger Arschlöcher!

Ich schaute Malfoy an, der es irgendwie schaffte, sich zumindest zum Teil allein aufrecht zu halten. Zum Glück war er so klein. Plötzlich sah er mir geradewegs stechend in die Augen, und ich erkannte, dass er bescheid wusste. Er wusste, dass ich seine Schulter wieder eingerenkt hatte. Er wusste, dass ich alle verarscht hatte. Er verstand, dass er hier einen Freund hatte, der verdammt darauf aufpassen würde, dass er *nicht* brach. Ich konnte regelrecht dabei zusehen, wie der Trotz aus ihm wich und mit einem Mal sah er richtig zitterig aus.

Bitte lass mich recht haben, dachte ich panisch, denn wenn er es nicht weiß, dass hab ich gerade gesehen, wie er zerbrach. Vielleicht fiel es ihm aber auch nur schwerer, sich gegen die anderen zu behaupten, wenn er noch einen Funken Hoffnung hatte.

Um dem Publikum eine Freude zu machen, sagte ich: "Flehe mich an, dich zu säubern." Meine dröhnende Stimme klang wie die eines barbarischen Gottes.

Ich machte auch mir selbst damit eine Freude. Ich konnte diesen Gestank nicht mehr lange aushalten. Mein Magen war wohl noch ein wenig angeschlagen von der Trinkerei gestern.

"B- bitte...", flüsterte Malfoy. Trotzdem konnte man es überall hören.

"Nenn mich Meister", befahl ich und dachte: Verdammt, spiel mit!

"Bitte... wascht mich, Meister..."

Da waren die Clowns wieder, aber diesmal hatten sie Wassereimer dabei. Als sie die Eimer nach Malfoy warfen und die Menge sich halb tot lachte, bereute ich, darum gebeten zu haben. Ich hatte mir einfach nicht vorgestellt, dass sie so brutal sein würden. Ganz davon abgesehen hatte ich auch was abgekriegt. Scheiße, war das kalt. Aber ich ließ ihn nicht los.

Lass uns das schnell über die Bühne bringen, dachte ich. Sonst fängt sich Malfoy noch eine Lungenentzündung ein.

"Flehe darum, dass ich dich ausziehe", sagte ich, so ruhig wie möglich. Meine Stimme tönte laut.

Erregt verfiel das Publikum wieder in Schweigen. Selbst so zusammengeschlagen sah Malfoy noch gut aus, das musste ich schon zugeben. Ich wunderte mich wirklich über die verdrehten Hirne, die sich sowas ausgedacht hatten.

Malfoy zitterte und sah jetzt richtig angstvoll aus. Als würde er doch noch jeden Moment brechen. Ich weiß selbst nicht, warum ich selbst so ruhig war, wenn ich so drüber nachdenke. Er antwortete mir nicht.

Ich berührte sein Gesicht, am Kinn, wo er nicht verletzt war und sah ihn an. Verdammt, mach jetzt nicht schlapp!

Er zuckte zurück und schaute weg. Das fand ich ziemlich merkwürdig, schließlich war der Teil seines Gesichts in Ordnung. Dann kapierte ich, dass der kleine eitle Bengel nicht aushalten konnte, wie schlimm er aussehen musste, mit seinem eingedroschenen Gesicht. Er wollte nicht, dass ich ihn ansah. Ich meine, hallo, sich in so einer Situation über so etwas aufzuregen...!

Aber ich hatte eine Idee. Ich trat ein wenig zurück, damit es auch gut rüberkam, und hielt sein Gesicht weiterhin fest. Dann sagte ich:

"Schaut euch die Fresse an! Das kann ich doch nicht ficken!"

Die Zuschauer liebten das, sie jubelten, johlten und jammerten. Meine Augen sprangen regelrecht aus ihren Höhlen, als ich versuchte, ihm klar zu machen, dass alles okay war. Und irgendwo, das wusste ich, schaute mich Lucius Malfoy gerade sehr scharf an. Schließlich wusste er, dass sein Sohn eitel war.

"Flehe, dass ich dein Gesicht heile. Sofort."

Malfoy hatte verstanden. Er murmelte seine Bitte.

Ich glaubte, es war Goyle, der herangewalzt kam. Ich betete, dass zwei Jahre Krieg Goyle diese Sprüche endlich gelehrt hatten, sonst konnte es nämlich sein, dass Draco seine Zähne in der Funktion seiner Wimpern wiederfand.

Der Krieg hatte ihn gelehrt, Gott sei Dank. Entweder das, oder es war doch Crabbe der den Heilzauber benutzt hatte. Crabbe hatte immer sehr viel besser mit ihnen umgehen können.

Der Unterschied war erstaunlich. Crabbe - es konnte einfach nur Crabbe gewesen sein - hatte seine Zähne wieder hergestellt. Die Wangenknochen wurden wieder sichtbar und auch der stolze, gradlinige Mund. Seine Augen waren grau. Ich war ihm nie nahe genug gekommen, um das zu bemerken. Ekelhafterweise hatte er sogar ziemlich lange, blonde Wimpern. Malfoy warf seine Haare ein wenig zurück und richtete sich noch etwas mehr auf. Die alte Arroganz war wieder da.

Der Kerl war echt nicht auszuhalten. Wer konnte es Voldemort übel nehmen, dass er dem Scheißer das austreiben wollte?

Okay, jetzt hast du deine Frettchen-Fresse also wieder... "Flehe darum, Malfoy."

"Oh bitte, darf ich deinen Schwanz haben?" Der Sarkasmus war nicht zu überhören! Trottel! Das war also sein Dank dafür, dass ich sein Gesicht geheilt hatte!

Die Menge hörte es auch und murmelte ärgerlich. Bevor ich etwas dagegen unternehmen konnte, droschen Crabbe und Goyle wieder auf ihn ein. Malfoy ging mehrmals zu Boden.

Es gab nichts, was ich dagegen tun konnte. Ich konnte nur dastehen und zusehen, wie Malfoy einsteckte, während er geschockt zu mir hoch sah. Der Sarkasmus löste sich in Luft auf, zusammen mit seinem Vertrauen.

Verdammt! Für einen kurzen Moment wünschte ich mir, er wäre Harry. Oder wenigstens wie Harry. Harry würde mich verstehen, mit Harry konnte ich kommunizieren, Harry würde mir zuhören.

Malfoy rollte sich im Staub zu einem Ball zusammen, wieder trotzig und hustend. Crabbe trat ihn ein letztes Mal und ging davon.

Ich würde es einfach versuchen müssen.

Ich ging zu ihm und berührte die Schulter, die ich ihm eingerenkt hatte, hob sein Gesicht wieder an. Es war noch in Ordnung. Schau mir in die Augen, dachte ich. Ich habe dich geheilt - sogar zweimal. Heißt das denn gar nichts? Malfoy schaute weg. Gott, er war netter gewesen, als er kurz vorm brechen war.

Das Publikum rührte sich um mich. Die Einheimischen schienen der Show müde zu werden.

"Flehe mich darum an... Draco.", sagte ich, verzweifelt, ihn verstehen zu lassen. Ich legte soviel wie ich konnte hinter den Namen. Sein Kopf schnellte hoch, und ich glaube, nicht nur wegen des Namens. Obwohl 'Draco' echt komisch klingen musste, wenn es von mir kam.

Ja, woher sollte jemand in dieser Arena wissen, dass wir uns niemals mit dem Vornamen angesprochen hattten? Wir waren schließlich zusammen zur Schule gegangen, oder? Wie sollten sie wissen, dass wir nie etwas anderes gewesen waren, als 'Malfoy' und 'Weasley'?

Da stand etwas zwischen uns auf Messers Schneide und veränderte sich. Er schaute mich mit Verständnis in den Augen an, vielleicht sogar mit Zutrauen.

Leise, aber immer noch mit Echo sagte er: "Bitte... gib mir deinen Schwanz. Ron."

Ich... ich muss genauso geschockt gewesen sein, wie er, als ich das hörte. Und nicht nur, wegen seiner Worte. Es ist schwer zu erklären, was in diesem Augenblick vor sich ging. Zum ersten Mal hatte er etwas gesagt, das nicht dazu bestimmt war, mich zu zerfetzen, und Draco gehörte zu den Personen, die 'guten Morgen' sagen und mich blutend zurücklassen konnten. Aber so wie er gefragt hatte, hörte es ich an wie eine Mischung aus 'vielen Dank' und 'bitte hilf mir'. Es brach mir das Herz, wirklich. Da war eine merkwürdige Intimität zwischen uns und es schien, als würde der Rest der Welt aufhören, zu existieren - dafür, dass ein Großteil gerdade zusah, versteht sich.

Ich muss zugeben, ich musste hart schlucken. Für diesen Teil brauchte ich den Trank noch nicht, ich wusste, was von mir erwartet wurde. Ich öffnete meine Hose. Er zögerte für eine Sekunde und sah zu mir hoch.

Malfoy sah nicht mehr trotzig aus. Nein, eher stoisch. Also hatte ich ihm zumindest so viel gegeben. Genug Würde, um das hier zu überstehen.

Als er seine Lippen um mich schloss, behielt Draco die ganze Zeit die Augen offen und sah mir direkt ins Gesicht. Und, naja... sowas erfordert Mumm.

Ja, natürlich fühlte es ich gut an, aber den Gedanken schob ich beiseite, weil jetzt einfach nicht die richtige Zeit war, okay? Ich bewegte mich auch nicht, selbst dann nicht, als es ziemlich verlockend war.

Sorry wegen der Show, Leute. Ihr kranken Bastarde. Ich hoffe, ihr sterbt vor Langeweile.

So bald ich konnte, löste ich Draco wieder von mir. Das reichte. Ich hatte beide Hände um sein Gesicht und sah ihn ernst an. Lass es uns hinter uns bringen.

"Frage!"

Das musste für ihre verdammte Show reichen.

Dracos Lippen verzogen sich im Ekel und seine Augen leuchteten mit purem Hass. Es interessierte mich nicht, ob dieser Hass mir, den Zuschauern, oder der Gesamtsituation galt - ich hatte nie geglaubt, dass ich mal froh darüber sein würde, Draco sich wie er selbst benehmen zu sehen, in all seiner verdorbenen Herrlichkeit.

Von einem kleinen Beben der Nasenflügel abgesehen, blieb Draco ruhig. "Bitte...", er zuckte kaum merklich, "fickt mich, Meister."

Sollte irgendwer den Trotz in dieser Pause richtig interpretiert haben, so wurde er jetzt vom nächsten Teil der Show sicherlich abgelenkt. Ich nahm den Trank. Obwohl ich das ja zugeben muss, nur zwischen euch und mir - Draco hatte mich auch so nicht ganz unbeteiligt gelassen.

Hey, schaut mich nicht so an! Zeigt mir *einen* Typen, der nach einem Blowjob nicht hart ist, und ich zeige euch einen Neunzigjährigen.

Ich war immer ziemlich stolz auf meine, ähm, Größe gewesen - aber ich hätte nie gedacht, dass es *so* viele Leute aus erster Hand erfahren würden.

Ist schon komisch. Vielleicht bin ich ja exhibitionistisch veranlagt oder so. Ich meine, man sollte ja davon ausgehen, dass ich peinlich berührt war, als ich meine Roben abstreifte, aber denkste. Ich glaube... diese Leute kamen mir einfach nicht wirklich vor. Sie waren einfach nur ein riesiger Haufen aus Farbe und Lärm. Überhaupt nichts schien mir wirklich. Außer Draco. Der war sehr real. Und die Tatsache, dass sein Leben am seidenen Faden hing. Das war nur allzu real.

Ich zog ihm seine Shorts herunter und wünschte mir, wir könnten das in einer Stellung tun, wo wir uns ins Gesicht sehen konnten, denn ich wusste, das würde helfen. Aber ich wusste auch, dass das im Todesserland nicht so toll ankommen würde. Es sah einfach viel zu gleichgestellt aus. Als ich das Fläschchen mit dem Öl herauszog, machte ich mir Sorgen, ob ich überhaupt reinpassen würde. Also ließ ich, als ich meine Hände reichlich eingeölt hatte, erst mal einen Finger hineingleiten. Ich meine, ich wusste, wie man sich bei Anal-Sex verhalten musste -

- jetzt lasst doch endlich mal diese Blicke! Mädchen haben ja schließlich auch Anal-Sex, oder?!

Draco war weit geöffnet. Und wund. Ich schaute hinüber zu Crabbe und Goyle und dachte, oh, Fuck...

Etwas auf Dracos Gesicht, die Art, wie er den Boden anstarrte, ließ mich verstehen, was ihn beinahe gebrochen hatte. Seine eigenen gottverdammten Freunde... die jetzt seine schlimmsten Feinde waren, zusammen mit der öffentlichen Bloßstellung. Jetzt war mir klar, warum ich ihn jederzeit über den Rand der Klippe hätte stoßen können. Und es immer noch konnte.

Scheiße! Diese verfickten Ärsche!

Genau in dieser Sekunde wurde es mir klar, warum er mich einen Kollaborateur genannt hatte. Und er hatte ja sowas von Recht. Ich hatte gedacht, ich würde von innerhalb arbeiten... ja. Ich hatte gedacht. Aber eigentlich war es nur der Bequemlichkeit wegen gewesen. Und wegen Percy. Aber so machten es die Todesser eben. Eingelullt durch Lucius Malfoys höfliches Getue, weil ich ja so ein BRAVER Sklave war, hatte ich vergessen, was die Todesser für Teufel waren. Mir war schlecht.

Ich schwor mir, dass ganz egal um welchen Preis, ich sie niederstrecken würde.

Aber zuerst musste ich Draco hier lebendig und bei klarem Verstand heraus holen.

So aufgerieben wie er war, konnte ich so viel Öl benutzen, wie ich wollte, es würde auf alle Fälle weh tun. Nun, ich konnte ihm schlecht einen Stock geben, auf dem er herumbeißen konnte, also tat ich das nächstbeste. Ich griff um ihn herum und, so tuend, als bräuchte ich was zum dran festklammern, spielte ich mit einer seiner Brustwarzen, während ich vorsichtig das Öl einarbeitete.

Er keuchte, als mein Finger hinein ging. Sogar das tat schon weh. Ich zwickte seinen Nippel zur Ablenkung und hielt ihn, ihn und Draco, und wartete. Ich atmete nahe seinem Ohr und ließ mein Haar seinen Nacken liebkosen, bis er erschauderte. Bereit?

Er atmete tief ein und nickte, kaum merklich.

Ein Schrei löste sich aus Dracos Kehle als ich mich die ersten zwei Zentimeter hineindrückte.

Er stöhte laut und voller Schmerz, als ich mich vorsichtig weiter vorschob. Herr im Himmel. Ohne den Trank wäre ich längst schlaff wie eine Nudel. Das war alles nicht gerade antörnend. Ich fragte mich, ob die Zuschauer weit genug weg waren, sodass ich einen Orgasmus vortäuschen konnte, denn ich war nicht mal ansatzweise in der Nähe von einem.

Noch ein Zentimeter und Draco schrie sich die Seele aus dem Hals. Er wimmerte und sah aus, als würde er jeden Moment in Tränen ausbrechen. Das reichte. Schluss! Er konnte das nicht, und ich konnte das auch nicht.

Zeit für meinen genialen Plan Nummer drei: Sex-TV-Schauspielerei.

Ich knabberte an Dracos Schulter, um auf mich aufmerksam zu machen. Er schaute sich nach mir um. Seine Pupillen waren geweitet. Ich formte lautlos die Worte: "Tu so, als ob!"

Draco nickte nachdrücklich.

Ich legte eine Hand auf seinen Hintern und führte ihn zeitgleich mit meinen 'Stößen', sodass wir uns halbwegs in die selbe Richtung bewegten. Ich gab mir Mühe mich besonders viel zu bewegen, um unser eigentliches Tun zu verbergen. Oh, und ich stöhnte theatralisch.

"Oh Gott, oh ja... ja, oh, JA!"

Die Menge tobte mit Jubel und Anfeuerungsschreien, und sorgte so für eine zusätzliche Ablenkung.

Dem Himmel sei Dank hatten Crabbe und Goyle zusammen das Hirn eines... naja, sagen wir mal, eines Blumenkohls.

Draco benutzte variierte zwischen verletzt zusammenzucken, auf seine Unterlippe beißen - ich traf trotz allem noch ein paar wunde Stellen - und danach aussehen, als würde er gleich loslachen. Er bewegte sich mit mir und steuerte sein eigenes Stöhnen, Ächzen und Fluchen bei.

Ich wünschte mir wirklich er würde das lassen... ich stand nämlich selbst kurz vor einem Lachkrampf. Und seine Geräusche fingen an, sich verdammt gefaked anzuhören. Was wirklich extrem witzig war. Wie es aussah, hatte Draco seinen Sarkasmus überhaupt nicht unter Kontrolle.

Oh, ich hatte den größten, lautesten, dreckigsten Orgasmus meines Lebens, mitten in dieser Arena. Die Performance konnte mit jeder locker mithalten, die ich meinen Freundinnen geboten hatte. Nicht, dass der Sex nicht gut gewesen wäre. Ich hoffte, dass sich keine von ihnen im Publikum befand, denn normalerweise kam ich eher leise. Schließlich leben eine Menge Leute im Fuchsbau, oder? Und nicht zu vergessen hatte ich ja auch siebenjahre in einem Schlafsaal zugebracht.

Als ich mich 'aus ihm zurückzog' und aufstand, betete ich inständig, dass niemand nachher einen Sperma-Check durchführen würde. Dann wären wir nämlich *wirklich* ins Knie gefickt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt im Nachhinein frage ich mich auch, warum sich niemand darüber wunderte, dass ich immer noch hart war, oder wie das überhaupt möglich war. Wahrscheinlich sehen die Leute einfach nur das, was sie sehen wollen. Ironie des Lebens.

Draco schaute zu mir hoch, nackt wie der Herr ihn schuf und sagte: "Ich danke euch... Meister."

In seinen Augen lag ein nachdrücklicher, dankbarer Ausdruck. Er meinte es. Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte. Ich fuhr ihm bloß mit einer Hand durch seine schönen Haare und dachte mir, zum Teufel, Draco... du machst einem nichts als Arbeit, oder?

Ich sorgte mich darum, dass wir auffliegen könnten, und dann kamen Crabbe und Goyle und wollten Draco wegschaffen, und das sorgte mich erst recht.

Doch dann kam mir der geniale Plan Nummer vier.

Ich baute mich vor der Haupttribüne auf und rief die Zuschauer an, die, wie mir auffiel, gerade aufbrachen.

"Gehört er mir etwa nicht?!"

Der Sonorus-Zauber hallte laut im Stadion wieder. Die Leute blieben halbwegs interessiert stehen. Ein paar lachten.

"Habe ich ihn mir denn nicht verdient?!" Ein paar Leute klatschten.

"Ich habe ihn mir doch wohl verdient, nicht wahr?!!"

Ein paar Halbstarke gröhlten Zustimmung, aber auch anstonsten schien das Publikum dazubleiben. Ich hatte ihre Neugierde geweckt. Sie wollten diesen Teil der Darbietung nicht verpassen. Draco stand nur verblüfft da, während sich Crabbe und Goyle total verwirrt umsahen.

"Habe ich ihn denn nicht erobert?!!" Das gefiel den Leuten. Ich konnte sie johlen und mich anfeuern hören.

"Ja?!!!"

Sie jubelten wie verrückt.

"JAAA!!!" Ich riss die Arme in die Luft. Ich war immer noch splitterfasernackt, aber das kümmerte mich in dem Moment einen Scheißdreck.

Die komplette Arena flippte aus.

Eine Menge Leute schrien "Jaaa!!" zurück und irgendwer brüllte: "Nimm ihn nochmal!!"

Oh oh.... Da musste jetzt ganz schnell ein Themenwechsel her.

"Bringt ihn in mein Quartier!! GEBT ihn mir!!!!" Ich schlug mir auf die Brust und das Publikum gröhlte.

Irgendwer musste ein Signal gegeben haben, dass ich nicht gesehen hatte, wahrscheinlich war es Lucius. Jedenfalls kam Crabbe (oder war es Goyle?) mit dem hinterher stolpernden Draco zu mir herüber und drückte mir seine Ketten in die Hand.

Daraufhin drehte das ganze Publikum total durch, als wäre das der perfekte Höhepunkt des Abendprogramms.

Ich sage nicht umsonst das ist der verrückteste Tag meines Lebens...

Ich hoffte nur, dass die Übergabe nicht nur Show war. Es bestand immer noch die Möglichkeit, dass mir Draco weggenommen wurde, sobald wir heraus aus dem Rampenlicht waren. Ich sah Draco ins Gesicht und bemerkte, dass ungefähr die selben Gedanken durch seinen Kopf gehen mussten.

Dann öffneten sich die riesigen Doppeltüren an einem Ende der Arena und eine Person, ganz in elegant fließendes Schwarz gekleidet, kam auf uns zu. Ich erkannte das weiß-blonde Haar. Es war Lucius Malfoy.

Ich blieb stehen und wartete.

Kurz vor uns blieb er stehen und nahm Draco und mich nacheinander von Kopf bis Fuß in Augenschein.

Lucius richtete das Wort an mich. "Weasley, ziehen Sie sich etwas an."

Er warf ein schwarzes Kleidungsstück Draco zu. Es war eine seiner alten Schulroben. Lucius hatte sie wohl in der Hoffnung mitgebracht, Draco würde überleben.

Ich hob meine eigene Robe vom Boden auf und schüttelte sie aus. Da Draco seine Hände durch die Ketten nicht richtig gebrauchen konnte - und er irgendwie versteinert aussah - zog sie ich ihm mit ein paar Schwierigkeiten über. Sie war ihm zu klein; es musste schon eine Weile her sein, dass Lucius seinen Sohn zuletzt gesehen hatte.

Nun drehte er sich zum Gehen und wir beeilten uns, ihm zu folgen. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass niemand Draco jetzt noch fortnehmen würde. Schließlich führte Lucius uns. Er blieb weit genug voraus, sodass es aussah, als tue er nur seine Pflicht. Aber er übergab uns nicht für einen Moment den Wachen, sondern führte uns bis vor meine Wohnungstür.

Und ich war mir sicher, dass er noch nie vorher auch nur einen Fuß in diesen Korridor gesetzt hatte.

Als mir mein Gefängnis im Ministerium erreichten - endlich war ich mir darüber im Klaren, dass es ein Gefängnis war - blieb Lucius an der Tür zu meiner beige-farbenen Zelle stehen und sagte: "Wir werden uns Morgen sprechen. Mein Sekretär wird ihnen einen Termin geben."

Nicht 'Percy'. Sein 'Sekretär'.

Ich wünschte mir, Percy hätte auch gesehen, was ich heute gesehen hatte, sodass er verstehen würde, dass wir nichts anderes waren als dienliche Teile in Lucius Malfoys gut geölter Maschine. Gut gepflegte Teile, sicher, denn so geht man nun mal mit nützlichen Dingen um. Man sorgte dafür, dass sie lange hielten - und nicht anfingen, zu quietschen.

Ein wirklich effizienter Mann.

Lucius schloss Dracos Ketten auf und schloss die Tür hinter uns. Er schloss die letzte Chance aus, dass man Draco auflauern konnte und schloss uns gleichzeitig ein. Wir konnten durch das ganze Ministeriumsgebäude spazieren... aber keinen Schritt weiter.

Dennoch war ich echt froh, dass er Draco die Ketten abgenommen hatte, denn ich hatte schon angefangen mich zu fragen, wie er sich sonst den Hintern abwischen sollte.

Hey - ich sehe die Sache nur praktisch!

Auch hatte ich den Ausdruck in Dracos Augen gesehen, als Lucius ihm die Ketten abnahm.

Ich weiß, das hört sich schrecklich an, aber wäre ich an Lucius' Stelle gewesen, hätte ich Draco hinrichten lassen. Klar, Draco war sein Sohn und das alles, aber wie kann ein Mann nur so blind sein? Man muss kein Genie sein um den Blick lesen zu können, mit dem Draco ihn angeschaut hat! Denke ich jedenfalls. Wie auch immer, für mich war jetzt klar, warum Draco die Seiten gewechselt hatte. War ja logisch, dass er das nicht zum Wohle der Menschheit getan hatte.

In jenem Moment, als ich Draco in mein Wohnzimmer führte, kam mir der nächste geniale Plan in den Sinn. Lucius hatte schließlich recht. Wenn es etwas gab, indem ich gut war, dann war es Leute anzustellen.

Eine Schlange mit dem Mord an einer Schlange beauftragen? Warum denn nicht?

So. Hier waren wir also. In meiner bescheidenen Bude. Nach dem ganzen Trara.

Draco schaute sich mit vollkommener Geringschätzung im Gesicht um. Ha. Als ob ich für die Innenausstattung verantwortlich wäre. Hätte ja gerne gewusst, wie seine letzte Zelle ausgesehen hat. Verglichen dazu musste meine Wohnung doch der reinste Palast sein.

"Denen wäre es wahrscheinlich am liebsten, wenn du dich wie ein Hund zu meinen Füßen legst, aber von mir aus kannst du die Couch haben.", sagte ich ihm.

"Ich würde das Bett bevorzugen", kam es affektiert von ihm zurück. Und er ging auch noch davon aus, dass er es kriegen würde! Unglaublich.

"Das Bett ist *meins*. Solange du nicht teilen willst." Ich zuckte die Schultern.

"Willst mich nochmal rumkriegen, was Weasley?" Draco lächelte höhnisch.

Augenblick mal. Hatte ich ihm nicht erst vorhin sein Leben gerettet? Und seinen Arsch noch dazu?! Für einen Typen mit so einem kleinen Schwanz hielt er sich echt für unwiderstehlich. Ich muss ziemlich rot im Gesicht geworden sein, denn er hatte dieses siegessichere Grinsen im Gesicht, genau wie in der Schule. Beinahe wäre ich auch wieder drauf reingefallen. Warum hatte ich ihn nicht einfach in den Kerkern gefickt werden und verrecken lassen?!

Aber dann fiel mein Blick auf die Ketten, die immer noch zu seinen Füßen lagen. Und ich hielt mein Temperament für mich. Ich meine, eigentlich war er doch hilflos. Er war wie einer dieser kleinen, kläffenden Köter, die zwar eine unmenge Krach machen, aber eigentlich nichts haben, um ihre Drohungen in die Tat umzusetzen. Vielleicht war er ja immer so gewesen.

"Ein anderes Mal vielleicht.", sagte ich. Dieser Dackel hatte ja nicht mal Zähne. Wenn ich ihn nochmal hätte rumkriegen wollen, hätte er eh nichts dagegen unternehmen können. Außer vielleicht ganz schnell im Kreis zu rennen. "Die Dusche ist da drüben."

Ich gab ihm einen Ort, wo er sich erst mal verstecken und in Ruhe seine Wunden lecken konnte. Denn das wollte er zweifellos nachdem er vor Tausenden gegen seinen Willen gevögelt worden war. Komisch, irgendwie war mir das herzlich egal. Aber ich glaube, das ist der Unterschied zwischen uns beiden.

Ganz davon abgesehen stank Draco immer noch wie ein Loch.

Ich holte ihm einen Schlafanzug von mir und ein sauberes Handtuch raus und legte sie vor dem Badezimmer auf den Fußboden. Der Schlafanzug würde ihm viel zu groß sein, aber er konnte ja die Ärmel umkrempeln. Ich würde mich Morgen um Klamotten für ihn kümmern. Er war ja mit einer ziemlich begrenzten Gaderobe hier angekommen: Eine dreckige Shorts und ein zu kleiner Schulumhang.

Ich hörte das Wasser rauschen und etwas Herumgeplatsche. Es fühlte sich irgendwie... nett an, wieder jemanden da zu haben. Eine Erleichterung. Ich glaube, ich bin es einfach gewöhnt, Leute um mich herum zu haben. Selbst wenn es Draco ist.

Ich brauchte auch eine Dusche, aber ich war zu müde, um lange zu warten. Ich machte Katzenwäsche in der Küche.

Heh. Mum ist nicht hier, um sich zu beschweren, oder?

Ungefähr eine Stunde später, als ich schon halb schlafend ohne Licht im Bett lag, kam ein blitzesauberer Draco zu mir unter die Decke gekrabbelt.

Er ganz still auf der Seite mit dem Rücken zu mir. Ich glaube, ich war noch auf Draco 'eingestimmt', denn, ich weiß nicht... er kam mir so klein und zittrig vor. Ich glaubte, er hatte eine Menge mitgemacht und war wohl noch etwas benebelt. Ich erinnerte mich noch gut an den Tag, an dem man mich und Percy aus unseren Zellen holte. Es war einfach zu gut um wahr zu sein.

Ich streckte meine Hand nach ihm aus. Ich wollte nur seine Schulter drücken um zu sagen: Hey, keine Panik. Es ist echt.

Ich war nicht darauf gefasst, Haut zu spüren. War er nackt? Musste wohl so sein, wenn er nicht diese fiesen Shorts trug.

Okay.

Ich ließ meine Hand dort, wo sie war. Keine Ahnung warum, vielleicht brauchte ich das einfach. Ich hatte immer noch einen Schock. Und er schien so klein. Ganz davon abgesehen, nach so einem Tag will man sich einfach zu einem Ball zusammenrollen und sagen: Huch.

Ähhm... tja, gibt halt nicht viele Leute, die schon so einen Tag erlebt haben, was?

"Hast du den Schlafanzug nicht gefunden?", murmelte ich schlaftrunken. Er zog sich nicht zurück, was mich erleichterte.

"Diese Farbe gehört in einen Jagd-Katalog. Bestimmt leuchtet sie im Dunkeln.", nörgelte Draco. "Ich hab schon schönere Dinge gesehen, die sind von Longbottoms Kesselboden abgekratzt worden."

Gern geschehen.

Plötzlich wurde mir bewusst, dass er Neuigkeiten von draußen haben musste.

"Neville... geht es ihm gut?"

"Als ich ihn zuletzt sah, schon."

"Und was ist mit Harry?" Himmel, ich konnte kaum um den Frosch in meinem Hals herum schlucken. Ich glaubte nicht, dass ich damit umgehen könnte, wenn die Nachrichten schlecht waren. Ich kapierte, dass ich im Ministerium so bequem geworden war, weil ich eine sehr leicht zu brechende Person war. Ich stand einer Menge Leute sehr nahe. Draco musste im Gegensatz eine ganz schön hart zu knackende Nuss sein.

Draco seufzte und bewegte sich leicht unter der Decke. "Ihm geht's gut. Er ist wie eh und je."

Für eine Weile waren wir still.

"Hat sich ne Menge geändert", sagte ich.

"Hm-hm", stimmte er mir zu und drehte sich zu mir um. "Für einen Moment war es so, als wäre ich wieder in der Schule. Aber dann machte es 'klick' bei mir und...moment mal... ich teile mir das Bett mit Ron Weasley! Du solltest eine blonde Schönheit aus Hufflepuff sein!"

Ich konnte einfach nicht wiederstehen. "Männlich oder weiblich?"

"Ach, verpiss dich doch, Weasley.", gab Draco gelangweilt ohne zu zögern zurück.

Ich habe nicht den blassesten Schimmer, wie es dazu kam, dass sich der nächste Teil an meinen genialen Plan anschloss.

Ich meine, ich lag einfach nur da und dachte darüber nach, was an meinem Plan alles schief gehen konnte - wie ich getöted werden konnte oder schlimmer - und jede Variation hatte damit zu tun, dass Draco Malfoy nicht kooperierte.

Dann fiel mir auf, wie Draco viel, *viel* zu leichtfertig zu mir ins Bett gestiegen war... ich meine, hallo, *ich bin's*, Ron Weasley, Erzfeind aus Schultagen! Und mir fiel auf, wie er sich geweigert hatte, den Schlafanzug anzuziehen und wie seine Hand mich kurz berührt hatte, als er ins Bett kam... kurz: ich zählte zwei und zwei zusammen und kam auf vier.

Als ich meine Hand ausstreckte, war sein Schwanz hart wie ein Fels.

Jep. Ich befummelte Draco Malfoy. Krank, oder? Und er sagte keinen Ton, aber das überraschte mich nicht mehr.

Ich sagte, fragt bitte nicht warum: "Ok, mein kleiner Elf, dein Boss hat einen Job für dich...", und rückte näher an ihn heran.

Ich hatte eigentlich Hauself gemeint, Sklavenjunge, der Mist eben... aber ich glaube, es ist falsch rüber gekommen. So bin ich während dem Sex. Ich quatsche alles mögliche vor mich hin und am nächsten Morgen hört es sich furchtbar albern und peinlich an. Aber Draco lächelte, also denke ich mal, dass es sich nicht zu bekloppt angehört haben kann. Oder es war auch egal, wo ich ihm doch gerade einen runter holte, was wohl noch eher stimmt.

Ich hatte nicht erwartet...

Hört mal, es interessiert mich nicht, ob ihr mir erzählt ihr seid der heterosexuellste Kerl, der jemals auf dieser Erde gelustwandelt ist, ihr MÜSST das ausprobieren, und wenn's nur ein Mal ist! Mädels sind klasse, aber das hier... du wirst einem Typen jedenfalls nie sagen müssen, dass das Ding nicht aus Glas ist, das steht fest. Oh Gott, ich krieg ne Latte, wenn ich nur an diese Nacht denke.

Draco jedenfalls, während ich noch ziemlich gut, aber geschäftsmäßig dabei war, ihm einen runterzuholen, griff herüber und zog meinen heraus. Einfach so. Und, nachdem er mich kurz gemustert hatte, meinte er: "Du bist hier der *Big* Boss, was?"

Heilige Scheiße! Und dann fing er mit dem besten Handjob an, den ich in meinem Leben bekommen hatte. Ich schwöre, innerhalb von fünf Sekunden war ich größer als alles bisher da gewesene. Und er ließ nie los. Doch, einmal, und da hab ich fast geheult. Aber ich bemerkte, dass meine Hand aufgehört hatte, sich zu bewegen, und ich nahm die Tätigkeit schnell wieder auf. Zum Teufel mit geschäftsmäßig - mich hatte der Enthusiasmus gepackt.

Schließlich waren (im Gegensatz zum sicheren Tod sollte Dumbledore jemals angreifen) 'soziale Kontakte' (ist das nicht ein praktischer Euphemismus?) bisher nicht gerade Teil meines Arbeitsvertrages gewesen.

Draco atmete schwer, er stieß in meine Hand und brachte meinen Rhytmus durcheinander und er schwitzte - ich ich kann euch gar nicht sagen wie super er aussieht, wenn seine sonst so perfekt gelegten Haare in völliger Unordnung sind und er schwitzt und stöhnt wie jeder andere Normalsterbliche auch. Und dann seine Hand, die so klein war, dass sie einem Mädchen gehören könnte, pumpte mich mit einem Griff, der *nie* der eines Mädchens hätte sein können - ich explodierte quer über meinen Bauch und meine Brust.

Ich lag still da, mein Körper zitterte noch vor Aufregung und mein Gehirn hatte sich vorübergehend in Sahne verwandelt, und Draco legte seine Hand über meine auf seinem Schwanz und führte beide ein paar Mal auf und ab, um mich wieder in Gang zu kriegen. Ich kann's ihm nicht verdenken, er war selbst kurz vorm Höhepunkt. Meine Gedanken fuhren Karussel, als sich sein Orgasmus weiter aufbaute und sich durch viele kleine Stöhner bemerkbar machte. In jenen Momenten, als er immer lauter wurde und sich mit durchgebogenem Rücken über meine Hand ergoss, empfand ich eine Mischung aus Verehrung, Überraschung und Dankbarkeit.

Ja, glaubt es mir ruhig, es war Dankbarkeit. Ich werde doch wohl ehrlich sein können, oder?! Ich bin halt ein kleiner Trottel, wenn es um Sex geht.

Ich glaube, in diesem riesigen Landhaus hatte er nie leise sein müssen. Ich sorgte mich für einen Augenblick wegen der Nachbarn, aber eigentlich war das albern. Ich meine, vorhin noch hattte die ganze Todessergesellschaft dabei zugesehen, wie ich Draco Malfoy vögelte! Hatte ich etwa noch sowas wie einen Ruf zu verlieren?

Ich dachte, wir wären jetzt fertig. Schließlich waren wir ja beide gekommen, oder?

Ich wollte gerade aufstehen und uns etwas zum waschen holen, als Draco sich zwischen meine Beine kuschelte, sich auf meinen Schritt legte und damit anfing, in einer Seelenruhe *meinen Saft von meinem Bauch zu lecken*.

Uwääääääh...

Ich war total angeekelt. Wenn ich mich nicht in vollkommenem Schock befunden hätte, wenn es sich nicht so verdammt gut angefühlt hätte und wenn dies nicht der erotischste Anblick meines Lebens gewesen wäre - wie sein zerzauster Kopf sich behutsam zwischen meinen Beinen bewegte und er mich ableckte wie eine Katze - zum Teufel, ich hätte mit Sicherheit etwas unternommen. Vielleicht hätte ich mich ja bewegt. Unter Umständen hätte ich mich ganz vielleicht sogar daran erinnern können, wieder zu atmen, aber irgendwie bezweifle ich das.

Tatsächlich lag ich aber einfach nur still und ließ jede Einzelheit sich in meine Erinnerung einbrennen. Ich wichse immer noch zu diesen Bildern in der Dusche.

Und er wusste ganz genau, wie sehr es mir gefiel, schließlich lag er auf meinem Schwanz, als ich wieder hart wurde. Ich wünschte, ich könnte für immer neunzehn bleiben. Jedenfalls starb ich fast vor Verlegenheit, als er mich auf seine ganz eigene Art böse anlächelte.

Er küsste sich an meinem Bauch herunter.

Ich bin nicht ignorant. Ich wusste sehr genau, worauf er zusteuerte. Oder vielmehr betete ich zu wissen, worauf er zusteuerte. Malfoy zog die Decke weiter herunter und funkelte mich an, während er meinen Schwanz in Augenschein nahm. Das war der Blickwinkel, aus dem ich die Szene sah. Mein Schwanz, der gen Himmel ragte und seine glitzernden grauen Augen. Dann fielen seine Lider zu und er nahm mich in den Mund. Und diesmal war es nicht getürkt.

Noch Minuten zuvor hätte ich Malfoy keinen Blowjob gegeben, wenn er mich mit dem Todesfluch bedroht hätte. Doch *jetzt*... jetzt war ich bereit, ihm nicht nur zehn Blowjobs zu geben, sondern als Beilage noch meinen erstgeborenen Sohn und alles, was er sich sonst noch wünschte.

Ich glaube, ich habe ihm das auch gesagt. Ich muss es ihm gesagt haben, der er lachte mit vollem Mund. Das fühlte sich richtig komisch an. Aber gleichzeitig auch einfach unglaublich. Alles daran war unglaublich, ein richtiger Trip. Es war egal, dass er ein Kerl war. Und es war noch viel mehr egal, dass er ein Malfoy war.

Später hab ich ihm noch einen geblasen. Danach meinte er, ich wäre eine Schlappe gewesen. Ziemlich mieses Wortspiel, oder? Er ist eben doch nicht so clever, wie er immer glaubt. Kein schöner Gedanke, wenn ich an meinen Plan dachte und daran, dass mein Leben bald davon abhängig sein würde, dass er genauso ein Superbrain war, für das er sich hielt.

Ich versuche, mir nicht zu oft den Kopf darüber zu zerbrechen.

Oh, ja. Natürlich hat er sein Einverständnis gegeben.

"Hast du darum mit mir geschlafen?", fragte er, als wir uns danach im Bett zusammenkuschelten und ich ihn in meinen Plan einweihte.

"Jep."

"Du bist ein hirnverbrannter Trottel, Weasley. Du musst *erst* verhandeln und *dann* bezahlen. Dracos Haut fühlte sich auf meiner wie gehärtete Seide an.

Irgendwie hatte er ja recht. Aber ich fühlte mich gerade viel zu gut, um mich daran aufzuhalten. "Ja, ja. Schon recht."

Manchmal handele ich einfach nach Instinkt. Ich sehe etwas, was ich zu meinem Vorteil nutzen kann und handle. So schnell wie irgend möglich.

Wisst ihr, der Trick beim Einstellen von Leuten ist nicht, sie dazu zu bringen, dass zu tun, was sie sowieso schon tun wollen - das ist ja einfach. Draco war hergekommen, um Lucius Malfoy zu töten. Das wusste ich. Das kniffelige an meiner Arbeit war, die Leute dazu zu bringen, ihre Job so zu machen, wie *ich* es für richtig hielt.

Ich hatte das hier nicht eingeplant. Aber jetzt war es passiert und ich hatte Malfoy soweit, dass er mir zuhörte, und vielleicht sogar tat, was ich von ihm verlangte. Ich konnte fühlen, wie er mir lauschte, wie er jedes meiner Worte sich sich aufsog, während er mit dem Finger Kreise auf meinem Rücken zog (Hmmm, das musste ich mir bei Gelegenheit von ihm beibringen lassen). Mit mir zusammen hätte er vielleicht einen Funken Hoffnung auf Erfolg. Ohne mich - nie und nimmer. Ich glaube, ihm war das genau so klar wie mir. Himmel, vielleicht wird er sogar versuchen, sicher zu stellen, dass Percy und ich das ganze überleben. Wer weiß? Es wäre schon nett, Harry wieder zu sehen...

Und bis dahin...

Alles ist bereit. Wir müssen nur noch auf das richtige Timing warten. Schließlich ist es sinnlos, so viel Ärger auf sich zu nehmen um Lucius um die Ecke zu bringen, nur damit ein anderer Todesser reingewalzt kommen und den Laden übernehmen kann. Also warten wir, bis Dumbledore angreift und es sie richtig kopflos machen wird, Malfoy zu verlieren.

In der Zwischenzeit bin ich dazu verdammt, dem faulen Deppen hinterher zu räumen. Laut Lucius hat er sich zwar seine eigene Bleibe 'verdient', aber Draco erklärte mir, er würde lieber bleiben, weil er so leichter an Sex kommt. Ich erwiderte, er würde wegen dem Zimmerservice bleiben, die kleine Chaot. Echt, Hauself ist wohl der Ausdruck, der am wenigsten auf ihn zutrifft. Er ist weder arbeitsfreudig, noch liest er einem jeden Wunsch von den Augen ab... außer im Bett, versteht sich.

Lucius hat ihm einen Job in meiner Abteilung besorgt, aber Draco kommt sowieso nie. Ich glaube, entweder ist er schlau und *unsagbar* faul, oder ist einfach zu schlau, um überhaupt für die Todesser zu arbeiten. Ich wünschte, mir ginge es genauso. Aber das kann ich mir abschminken, ich genieße eben nicht die Privilegien eines Malfoy.

Wenn wir zuhause sind und ich ihn 'Elf' nenne, wird er immer ganz rot und lächelt so niedlich. Aber Draco revangiert sich. Er nennt mich 'Boss' - und zwar in der Öffentlichkeit, dieser verdammte -! Selbstverständlich bin ich der einzige, der weiß, was er damit meint, aber das hält mich nicht davon ab, jedes gottverdammte Mal tomatenrot zu werden. Ich wette, Lucius hat das Spielchen inzwischen durchschaut.

Trotzdem ist es gut, derjenige zu sein, der eigentlich eine Hete ist, denn ich will es immer ein witze-bitze-kleines bisschen weniger als er. Wenn er also mal wieder unausstehlich war, und er mich vor meinem *Bruder* einmal zu oft Boss genannt hat, und ich Abends müde von der Arbeit nach hause komme... und er gerade dabei ist, die letzte Schokolade zu essen, die Percy mir gegeben hat....

Tja, an diesen Tagen mache ich Draco so richtig heiß, dann nagele ich ihn schwitzend und keuchend und mit total durchwühltem Haar auf dem Bett fest und sage zu ihm:

"Flehe mich drum an..."

Ende.

(1): Icarus hat an dieser Stelle 'drumhead trial' gebraucht, einen Begriff aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, der bei den Nordstaatlern benutzt wurde. Er drückt aus, dass eigentlich kein richtiger Prozess stattfindet, sondern nur so etwas wie ein Schnellverfahren, damit man möglichst zügig die Gefangenen hinrichten kann. Da ich mir dachte, dass man damit in Deutschland wahrscheinlich herzlich wenig anfangen kann, habe ich einen Ausdruck aus der Zeit der deutschen Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert benutzt.